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Leuchtpult
Norm, Zürich, CH
gegründet 1999
1999Dimitri Bruni und Manuel Krebs gründen das Büro Norm in Zürich
1999/2000 /
2002Eidgenössischer Preis für Design des Bundesamts für Kultur (BAK)
2000Publikation “Norm: Introduction“
2002Publikation “Norm: The Things“
2003Jan-Tschichold-Preis; Design Preis Schweiz. Ludovic Varone wird Partner von Norm; erster Preis im Wettbewerb um neue Banknoten der Schweizer Nationalbank (SNB)
2011Grand Prix Design


Dimitri Bruni (* 1970) und Manuel Krebs (* 1970) studierten von 1992 bis 1996 Grafikdesign an der Kantonalen Schule für Gestaltung in Biel. Hier lancierten sie mit Mitstudierenden das Untergrund-Fanzine Silex (1994–1999). Nach ihrem Studienabschluss arbeiteten sie kurze Zeit in Werbeagenturen und erkannten, dass dies nicht ihre Welt war. Deshalb gründeten sie 1999 ihr eigenes Grafikatelier Norm in Zürich. 2005 kam Ludovic Varone (* 1977) dazu. Bekannt wurde das Duo mit seinen Schriftsystemen, die es in den Ateliermanifesten “Norm: Introduction und Norm: The Things“ erstmals theoretisch reflektierte. Für “The Things“ entwickelten sie den Sign-Generator 1.0, ein Programm, das auf der Idee beruht, sämtliche möglichen “einfachen“ Zeichen mit Buchstabenpotenzial zu generieren. Auf einem Raster von 3 x 3 Punkten mit 36 möglichen Verbindungen werden alle denkbaren Zeichenkombinationen durchgespielt. Seit 1999 entwerfen die beiden Gestalter eigene Schriften, die sie über die Onlineplattform Lineto (www.lineto.com) vertreiben. Sie verstehen sich dabei nicht als Typografen, sondern als Grafiker, die auch Typografie machen. Ihre Schriften entstehen meist im Kontext eines konkreten Projekts. So entwarfen sie die Monospace-Schrift Normetica für ihr erstes und die Monospace-Schrift Simple für ihr zweites Manifest. Letztere adaptierten sie 2002/03 für die Beschriftung des Flughafens Köln-Bonn, indem sie aus der Monospace eine proportionale und damit besser lesbare Schrift, die Simple KoelnBonn entwickelten. Weitere Schriften entstanden für Ausstellungskataloge, Künstlerbücher und Plakate, die sie für Museen, Kunsthochschulen oder das Bundesamt für Kultur gestalteten. 2008 entstand die Groteskschrift Replica, die sowohl als Text- als auch als Titelsatzschrift verwendbar ist und die das Gestaltertrio bisher am häufigsten einsetzte. Sie zitiert Elemente traditioneller Schweizer Linearschrif¬ten wie der Helvetica und bricht gleichzeitig mit ihrem groben Raster und den geschnittenen Diagonalen alle typografischen Konventionen. Daneben arbeitet Norm auch für grosse Konzerne wie den Uhrenhersteller Omega. Von 2010 bis 2013 entwarf das Büro ein neues Corporate Design für die Uhrenmarke Swatch. Norm gestaltete zahlreiche Bücher, unter anderem Ausstellungskataloge für die Tate Modern in London, das Kunsthaus Zürich und das Museum für Gestaltung Zürich sowie Kataloge für Künstler wie Fischli & Weiss, Simon Starling und Christian Marclay. Ausserdem entwickelten sie gemeinsam mit dem Architekturbüro SANAA die Signaletik für das 2012 eröffnete Musée du Louvre-Lens. Das Büro wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so mit dem Eidgenössischen Preis für Design 1999, 2000 und 2002, dem Design Preis Schweiz 2003, im Rahmen des Wettbewerbs “Die schönsten Schweizer Bücher“ mit dem Jan-Tschichold-Preis 2003 sowie mit dem Grand Prix Design 2011. Im Auftrag des Bundesamts für Kultur übernahmen sie von 2002 bis 2004 die Gestaltung des Katalogs “Die schönsten Schweizer Bücher“. Die Grafikdesigner werden regelmässig von Kunst- und Designhochschulen zu Vorträgen und Workshops eingeladen, unter anderem von der ECAL in Lausanne, und haben ihre Arbeiten schon mehrfach ausgestellt. Mit ihrem eigenständigen Schaffen sind sie ein Vorbild für zahlreiche Junggrafikerinnen und -grafiker.

Quellen:
http://lineto.com/The+Designers/Norm/
www.swissdesignawards.ch/grandprix/2011/norm/index.html?lang=de
Norm (Hg.), “Norm: The Things“, Berlin 2002
Ernst, Meret, Christian Eggenberger (Hg.), “Design Suisse“, Zürich 2006
Camuffo, Giorgio, Maddalena Dalla Mura (Hg.), “Norm“, in: “Graphic Design Worlds/Words“, La Triennale di Milano, Mailand 2011
Foto: M-RON 2014

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